Zwischenseminar in Tiruchirappalli

Namaste,

Heute erzähle ich euch recht kurz und knackig von meinem Zwischenseminar. Trichy oder auch Tiruchirappalli genannt liegt im südlichen Teil Tamil Nadus, also für alle, die mit der indischen Geographie nicht allzu gut vertraut sind, ganz in der südlichen Spitze Indiens.

Einer der Grundsätze der „Jesuit Volunteers“ ist die Nachhaltigkeit. Das kann man auf viele Bereiche des Freiwilligendienstes anwenden, so wird von uns Freiwilligen beispielsweise erwartet, dass wir während unseres Einsatzes einen „Einfachen Lebensstil“ leben und auch, dass wir soweit es möglich ist umweltbewusst handeln. Deshalb ist es den Freiwilligen verboten, während ihres Einsatzes per Flugzeug zu reisen. Für Sophie, die auch mit den „Jesuit Volunteers“ in Indien ist, und mich hieß das im Umkehrschluss, dass wir uns wieder mal auf eine sehr lange Zugfahrt quer durchs Land einstellen mussten.Weiterlesen »

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Lebenszeichen #3

Hallöchen ihr alle,

Ich habe mich jetzt für eine lange Zeit nicht mehr gemeldet, dabei habe ich wirklich einiges zu erzählen.

Nach meiner kleinen großen Reise bin ich voller Tatendrang und Elan wieder ins Hayden Hall zurückgekehrt, welches nach einer einmonatigen Pause seine Türen wieder öffnete. Allerding blieb der Kindergarten und auch die Evening Studies noch bis Mitte Februar geschlossen, weswegen ich in dieser Zeit die Mitarbeiterinnen des Community Developement Departments begleitet habe.

Das Community Developement Department ist vor allem in den Dörfern der Hills aktiv. Das Department vergibt sogenannte Scolarships, die Schulstipendien, Krankenversicherungen oder finanzielle Hilfe beim Häuserbau beinhalten können. Außerdem sorgt es dafür, dass sich in den umliegenden Dörfern Zentren bilden, mit dem Ziel eine eigenständige medizinische Versorgung und Bildung vor Ort zu schaffen. Zusätzlich werden von ausgebildeten Krankenschwestern regelmäße Hausbesuche gemacht um die Gesundheit der Scolarshipmütter und -Kinder zu überprüfen und eventuelle Medikamente auszugeben.

Die Kinder, die im Strive oder der Creche angemeldet sind werden ebenfalls besucht, wo die familiären Umstände, die Versorgung und die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung überprüft wird.

Anfangs haben Mona Miss, meine Arbeitskollegin aus dem Strive, Lakshmi Miss, die Betreuerin der Creche Kinder und ich zunächst die Kinder des Kindergartens besucht und haben den ärmlicheren Bereichen Darjeelings einen Besuch abgestattet. Ich habe vor in einem Blogpost nochmal spezifisch auf die Lebensbedingungen unter denen die Menschen hier und auch ich leben, einzugehen, allerdings haben sie mich einiges klar werden lassen und ich möchte auch ein paar Worte darüber verlieren und beschreiben was ich gesehen habe.Weiterlesen »

Lebenszeichen #2

Hallo ihr alle,

der Dezember ist beinahe rum und bevor es für mich auf große Reise geht möchte ich mich noch einmal bei euch melden und erzählen, wie ich den letzten Monat verbracht habe, wie mein Weihnachten so war und natürlich auch, wie es mir geht.

Mein Wusch hat sich auf jeden Fall erfüllt und ich habe den letzten Monat eigentlich  nur mit Arbeiten verbracht und es gab viel zu tun. Hier geht ein Schuljahr von Februar bis Dezember und am Anfang des Monats hatten wir alle Hände voll zu tun
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Strive, Evening Studies und ein bisschen Créche

Hallöchen,

Nachdem ich der Aussage “Der Blogbeitrag kommt in den nächsten Tagen“ eine ganz neue Bedeutung gegeben habe, wird es langsam echt Zeit euch genaueres über meine Arbeit zu erzählen.

Das Hayden Hall ist in mehrere Departments unterteilt, so gibt es unter anderem das Health Department, das Income Generation Department, welches sich darum kümmert Frauen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, den Burns Club, der sich um mittellose, ältere Menschen kümmert, das Education Department, in dem ich für das kommende Jahr eingesetzt bin und noch einige mehr. Nach Absprache darf ich natürlich in andere Bereiche des Hayden Halls reinschnuppern, arbeiten tue ich aber nur im Education Department.

Das Education Department des Hayden Halls betreut Kinder und Jugendliche deren Eltern arbeitstätig sind. Die Mütter sind häufig alleinerziehend und aus gewaltsamen Ehen geflohen. Sie sind oft als Teepflückerinnen oder Trägerinnen tätig, werden schlecht bezahlt und arbeiten sieben Tage in der Woche. Oft gehören sie der untersten Kaste an oder sind kastenlose. Ab dem Alter von 9 Monaten haben sie die Möglichkeit ihre Kinder, sechs Tage die Woche, in die Kita des Hayden Halls zu geben, genannt „Créche“, wo sie betreut werden, mit ihnen gespielt wird und Raum zum „Kind sein“ geschaffen wird. Neben den zwei Teezeiten, die hier in Indien wie Frühstück und Abendessen dazugehören, erhalten sie mittags auch immer eine warme Mahlzeit, die meist aus Reis mit Dahl und Ei besteht und in der Küche des Hayden Halls zubereitet wird. Ab dem Alter von zweieinhalb Jahren müssen die Kinder „Créche“ zwar verlassen, sie haben aber die Möglichkeit den Kindergarten „Strive“ zu besuchen, der sich im gleichen Gebäude des Hayden Halls, ein Stockwerk über der „Créche“ befindet. Im „Strive“ erhalten die Kinder neben Tee und warmem Mittagessen erste Schulungen in Nepali und Englisch. Sie lernen dort das Schreiben des Nepali Alphabet, Devanagari, sowie des romanischen Alphabets und Grundkenntnisse der englischen Sprache, das heißt bis zwanzig zu zählen, sich vorzustellen, einfache Gespräche zu führen und Farben, Früchte oder Gemüse zu erkennen und zu benennen. Dabei wird sich an der Methode von Maria Montessori orientiert. Bis zum Alter von viereinhalb Jahren können die Kinder dort fünf Tage die Woche betreut werden, danach fangen die meisten an, die Grundschule zu besuchen.

In Indien wird es mehr und mehr zum Problem, dass das Erhalten einer angemessenen Schulbildung von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig ist. So ist es beispielsweise üblich seine Kinder in private Internate zu schicken oder Lehrer zu engagieren, die ihnen nachmittags bei den Hausaufgaben helfen und sie auf die Examen vorzubereiten. Kinder deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, solche Leistungen aufzubringen, werden häufig schulisch abgehängt und schaffen es nicht die Schule zu beenden. Hayden Hall möchte diesem Problem entgegenwirken und bietet deshalb sechs Tage die Woche sogenannte „Evening Studies“ an, in denen Kindern im Alter von 5 – 18 Jahren in kleinen Lerngruppen mit ihren Hausaufgaben geholfen und der Lernstoff für die Examen wiederholt wird. Die Lehrer sind teils Angestellte, die komplett ausgebildet sind oder ehrenamtliche Freiwillige. Während der „Evening Studies“ erhalten die Schüler und Schülerinnen ebenfalls Tee und eine warme Mahlzeit. Die meisten Kinder wurden ihr gesamtes Leben durch das Hayden Hall betreut und begleitet, weswegen die Einrichtung auch zu einem zweiten Zuhause geworden ist, deshalb kommen sie auch während ihrer Ferien zu den „Evening Studies“ wo dann mit ihnen Spiele gespielt werden und sich ihrer angenommen wird.

Das Hayden Hall bietet diese Angebote kostenlos an, wobei allerdings ein geringer Beitrag von den Eltern erwartet wird, welcher 150 Rupien pro Jahr beträgt, umgerechnet sind das etwas weniger als zwei Euro. Zu besonderen Anlässen oder zu Ferienbeginn unternehmen die Lehrer mit den Schülern und Schülerinnen Ausflüge zu Orten oder Sehenswürdigkeiten in Darjeeling oder der Umgebung.

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Lebenszeichen #1

Hallo, ich bin’s wieder.

Der erste Monat in Indien ist rum und ich dachte mir es wäre mal wieder Zeit euch zu erzählen, was ich in den letzten Wochen so gemacht habe und wie es mir so geht.

Ich habe direkt an dem Tag nach meiner Ankunft angefangen im Hayden Hall zu arbeiten. Ich bin in dem Kindergarten „Strive“ eingesetzt der über vierzig Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren betreut. Außerdem gebe ich am Nachmittag noch Nachhilfe für Schüler und Schülerinnen der ersten Klasse; ein ausführlicher Blogpost über meine Arbeit kommt in den nächsten Tagen. Die ersten zwei Wochen, war ich eigentlich nur mit meiner Arbeit beschäftigt. Ich bin sechs Tage die Woche im Hayden Hall und habe sonntags frei. An meinem ersten freien Tag habe ich mich in Darjeeling umgeschaut um die Stadt, in der ich die nächsten Monate leben werde, besser kennenzulernen und habe dabei eine schöne Fußgängerzone, mit Aussichtspunkten auf die umliegenden Berge und einen hinduistischen Tempel gefunden. Darjeeling hat wirklich ein paar sehr schöne Ecken und ich habe mich schon ein kleines bisschen in die Stadt verliebt.Weiterlesen »

Ankunft

Heute bin ich seit sechs Tagen in Indien und in dieser kurzen Zeit ist so einiges passiert.

Vor genau einer Woche habe ich mich in Frankfurt von meiner Familie verabschiedet, was mir wirklich nicht leichtgefallen ist und habe meine Reise nach Indien angetreten. Dort gelandet hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in New Delhi, den ich vor allem damit verbrachte, erfolglos WLAN zu suchen. Weiter ging es dann nach Bagdogra, einer Stadt in West-Bengalen, die circa 80km von Darjeeling entfernt ist. Den zweiten Flug habe ich eigentlich nur mit Schlafen und Essen, es gab Reis mit Dahl; ein Gericht, das mir während der ersten Woche hier und wahrscheinlich auch in der nächsten Zeit noch öfter begegnen wird, verbracht. In Bagdogra angekommen, wurde ich von Kumar, dem Fahrer vom Hayden Hall Institute, abgeholt. Die Autofahrt wäre eigentlich einen eigenen Blogpost wert gewesen, ich sträube mich allerdings, nur über Dinge zu schreiben, die bereits als Klischees über Indien in Deutschland bekannt sind. Lasst euch nur gesagt sein, dass einige Dinge, die man so hört stimmen, obwohl ich in meinem Fall bisher nur vom Norden, beziehungsweise von dem Distrikt Darjeeling sprechen kann – schließlich ist Indien riesig, da muss man mit Verallgemeinerung wirklich aufpassen.Weiterlesen »