Ankunft

Heute bin ich seit sechs Tagen in Indien und in dieser kurzen Zeit ist so einiges passiert.

Vor genau einer Woche habe ich mich in Frankfurt von meiner Familie verabschiedet, was mir wirklich nicht leichtgefallen ist und habe meine Reise nach Indien angetreten. Dort gelandet hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in New Delhi, den ich vor allem damit verbrachte, erfolglos WLAN zu suchen. Weiter ging es dann nach Bagdogra, einer Stadt in West-Bengalen, die circa 80km von Darjeeling entfernt ist. Den zweiten Flug habe ich eigentlich nur mit Schlafen und Essen, es gab Reis mit Dahl; ein Gericht, das mir während der ersten Woche hier und wahrscheinlich auch in der nächsten Zeit noch öfter begegnen wird, verbracht. In Bagdogra angekommen, wurde ich von Kumar, dem Fahrer vom Hayden Hall Institute, abgeholt. Die Autofahrt wäre eigentlich einen eigenen Blogpost wert gewesen, ich sträube mich allerdings, nur über Dinge zu schreiben, die bereits als Klischees über Indien in Deutschland bekannt sind. Lasst euch nur gesagt sein, dass einige Dinge, die man so hört stimmen, obwohl ich in meinem Fall bisher nur vom Norden, beziehungsweise von dem Distrikt Darjeeling sprechen kann – schließlich ist Indien riesig, da muss man mit Verallgemeinerung wirklich aufpassen.

Aber wir mussten beim Autofahren tatsächlich die ein oder andere Kuh umfahren und der Verkehr ist hier wirklich sehr chaotisch und laut. Trotzdem habe ich die Fahrt sehr genießen können, einfach, weil allein die Landschaft wirklich atemberaubend ist. Die Berge sind mit Reis- und Teefeldern bepflanzt und von Palmen, über Bananenbaum bis Eiche wächst hier fast alles. Instgesamt kann man die Gegend hier als „sehr grün“ bezeichnen.

Anders als ich gedacht habe, fuhren wir nicht nach Darjeeling, sondern in die etwa 50km entfernte Stadt Kalimpong. Dort befindet sich die Gandhi Ashram School, eine jesuitische Schule, deren Schwerpunkt vor allem in dem Bereich der musikalischen Erziehung der Kinder liegt. Daher hat jedes Kind dort die Möglichkeit, umsonst ein Musikinstrument zu erlernen, am meisten wird die Geige unterrichtet. An dieser Einsatzstelle sind drei Freiwillige eingesetzt, unter anderem Sophie, die ich schon von den Seminaren der „JesuitVolunteers“ kannte. Da die Kinder die gesamte letzte Woche in den Ferien waren, hatten die Freiwilligen und Father Paul, der Leiter der Gandhi Ashram School, sowie des Hayden Hall Instituts und mein Mentor, Zeit, mir Kalimpong und die Umgebung zu zeigen. Außerdem war noch ein deutscher Freiwilliger, Paul, aus einer Einsatzstelle in der Nähe von Kalkutta zu Besuch, weswegen wir trotz fehlender Kinder ein volles Haus hatten. Wir waren im Laufe der Woche am Teesta, der Fluss, welcher die Grenze zwischen West Bengal und Sikkim darstellt und haben eine kleine Wanderung zu einem buddhistischen Tempel gemacht, in dem man allerdings keine Fotos machen durfte. Ansonsten habe ich in den letzten Tagen ein paar Nepali-Grundlagen lernen, viele interessante Gespräche führen können und wurde mit dem zwar scharfen, aber wirklich leckerem nordindischen Essen bekannt gemacht.

Heute war der erste Schultag nach den Ferien und ich habe Hannah, die andere deutsche Freiwillige, ein wenig bei ihrem Schulalltag begleiten können. Da momentan die Musiklehrer für ein Violinexamen üben müssen, lief der Tag deutlich chaotischer ab als sonst, so wurde es mir auf jeden Fall versichert. Hannah hat ihren Nachmittag vor allem damit verbracht, eine Klasse mit ungefähr 50 Kindern ruhigzustellen, was mich wieder daran erinnert hat, dass Kinder nicht nur süß, sondern auch sehr anstrengend können. Schließlich haben wir fangen gespielt und einige Mädchen haben mir beigebracht auf Nepali zu zählen.

Wenn ihr mehr über die Arbeit an der Gandhi Ashram School erfahren wollt, kann ich euch Sophies Blog nur wärmstens empfehlen: Einfach hier klicken!

Morgen geht es für mich dann endlich nach Darjeeling. Ich bin sehr gespannt auf die Stadt und vor allem auf meine Einsatzstelle, auf die ich mich vor allem durch den heutigen Tag und die Zeit mit den Kindern noch mehr freue. Ich melde mich demnächst wieder und kann euch hoffentlich schon das ein oder andere über mein Projekt erzählen.

Bis dahin ganz liebe Grüße von mir.

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