Eine kleine größere Reise

Hallihallo,

Schön das ihr da seid. Ich bin seit einer Woche wieder in Darjeeling, nachdem ich im letzten Monat den südlichen Teil Indiens ein wenig kennen lernen konnte. Wie versprochen werde ich euch nun ein wenig davon erzählen; von nervenaufreibenden Zugfahrten, netten Bekanntschaften, Indiens Stränden und Metropolen.

Bevor ich aber von meiner Reise in den Süden erzählen werde, will ich zunächst noch von der Wanderung nach Sandakphu berichten, die ich in meinem letzten Blogpost einfach schamlos ausgelassen habe. Zwischen den Jahren, also der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, hat Father Paul mich und die drei Freiwilligen aus Kalimpong auf eine Wanderung eingeladen, die uns an die Grenze zu Nepal auf 3.600 Meter Höhe führen sollte. Außer uns Freiwilligen, waren noch ein Paar Kollegen aus dem Hayden Hall und unser Guide mit von der Partie. Mit vollbepackten Rucksäcken gewappnet, haben wir uns an den zweitägigen Aufstieg gewagt, der uns durch wunderschöne Berglandschaften mit klarstem Ausblick, schweißtreibende Wege, bestehen aus abertausend Treppenstufen, einen kleinen Schneesturm und immer mal wieder über die Grenze nach Nepal geführt hat, den Satz „In which country are we right now“ hat unser Guide in diesen Tagen sehr oft gehört. Die Nächte haben wir in kleinen Berghütten verbracht, die mich an frühere Wanderurlaube erinnert haben; das der Kaiserschmarren gefehlt hat, war durch die Anwesenheit von köstlichem indischen Essen gut zu verkraften. Abends saß die ganze Truppe eng beieinander beim Feuer um die nassen Sachen zu trocknen, UNO zu spielen oder sich zu unterhalten. In Sandakphu angekommen wurden wir zunächst von einem atemberaubenden Sonnenuntergang begrüßt und in der Dunkelheit konnte man vom Dach unseres Resorts einen klaren Sternenhimmel und sogar die Lichter Darjeelings betrachten. Morgens trotzten Sophie, Hannah und ich den Minusgraden sowie der frühen Uhrzeit und standen um fünf Uhr morgens auf um den Sonnenaufgang zu betrachten. Von Sandakphu aus kann man vier der fünf höchsten Gipfel der Welt sehen; Mount Everest und Kachenjunga habe ich sogar ohne fremde Hilfe ausmachen können. Abgesehen von uns waren außerdem noch viele indische Touristen vor Ort, die, als die Sonne hinter den Bergen hervorlugte prompt die Nationalhymne anstimmten und die Indische Flagge hissten. Sophie, Hannah und ich mussten über den uns ungewohnten Patriotismus zwar ein wenig den Kopf schütteln, allerdings werde ich den Ausblick auf das Bergpanorama mit den freudigen „Jaya he“ Gesängen im Ohr bestimmt nicht allzu bald vergessen. Nach einem recht unspektakulärem, aber steilem Abstieg, einer eiskalten Abkühlung in einem Bergfluss und einer weiteren Nacht im Resort, sind wir am letzten Tag des Jahres schließlich wieder in Kalimpong angekommen und haben dort in einem der umliegenden Dörfer das neue Jahr tanzend in Empfang genommen.

Obwohl wir nach der anstrengenden Reise bestimmt gerne ein paar Tage entspannt hätten, musste Hannah, Sophie und ich uns gleich am nächsten Tag auf den Weg nach Siliguri machen, um von da aus unseren Zug nach Kalkutta zu erwischen. Der erste Teil dieser Etappe verlief zwar problemfrei, allerdings erwartete uns in Siliguri eine böse Überraschung, als uns am Gleis vom Schaffner eröffnet wurde, dass wir keine bestätigten Tickets hätten und deshalb nicht mitfahren dürften. In Indien wird man nach dem Buchen von Zugtickets auf eine Warteliste geschrieben und bekommt je nachdem wie früh man gebucht hat und wie groß der Andrang ist noch einen Sitzplatz oder nicht. Falls dies zukünftige Freiwillige lesen hier ein gut gemeinter Ratschlag: Bucht eure Tickets zeitig, empfohlen wird 90 Tage im Voraus, nicht wie wir 14 Tage! Glücklicher Weise hat ein indischer Tourist aus Mumbai unser Dilemma mitbekommen und einen Weg gefunden uns dreien Plätze im nächsten Zug zu verschaffen. Über indische Züge kann ich nur soviel sagen, wer schonmal in einem Nachtzug mitgefahren ist, dem wird die Umgebung vertraut vorkommen. Allerdings gibt es in den indischen Zügen keine Abteiltüren und außerdem schmeckt das Essen, deutlich besser als bei der Deutschen Bahn. An sich habe ich das Zugfahren auch als eine sehr angenehme Art zu reisen wahrgenommen, vorausgesetzt, man muss sein Bett nicht mit jemandem teilen und man kann die Verkäufer im Zug, die Essen, Trinken und Kleinkram vertreiben, beim Mittagsschlaf ausblenden.

Nach einer halbtägigen Zugreise wurden wir in Kolkatta von Paul, ebenfalls einem Freiwilligen, in Empfang genommen. Leider hatten wir nicht viel Zeit um uns die Stadt ansehen zu können, da Sophie und ich am nächsten Tag unseren Zug nach Chennai erwischen mussten. Deshalb hat uns Paul abends nur über den Bazar, also den Markt, geführt. In Darjeeling schließen die meisten Geschäfte um sieben und spätestens um zehn Uhr sind die Straßenhunde die einzigen, die sich draußen noch rumtollen. In Kalkutta konnte davon nicht die Rede sein, der Markt brummte vor Leben und wir mussten uns durch die ein oder andere Menschenmenge quetschen. Am nächsten Tag stiegen Sophie und ich, dieses Mal problemlos, in unseren Zug und schauten der fast 30-stündigen Zugfahrt mit wenig Enthusiasmus entgegen. Diese gestaltete sich allerdings als recht angenehm, abgesehen von der Tatsache, dass wir uns ein Bett teilen mussten, für zwei Menschen war der Platz dann doch recht knapp.. Eine indische Familie, die ihre Betten uns gegenüber hatten, erlösten uns früh morgens von unserem Leid und boten mir einer ihrer Schlafplätze an. Der Sohn der Familie offenbarte Sophie später auch, dass er und seine Eltern sich die ganze Zugfahrt über große Sorgen um uns gemacht hätten und immer einer wachgeblieben sei, um auf uns aufzupassen. Außerdem sagte er, dass wir einen von ihnen reservierten Plätze in Anspruch genommen hätten, das aber nicht weiter schlimm sei. Mich hat das im Nachhinein noch recht lange beschäftigt, da ich mich gefragt habe, in wie fern Ausländer oder anders Aussehende, diese Art von Fürsorge in Deutschland erfahren würden.

In Chennai angekommen wurden wir von Samira am Bahnhof abgeholt, die Sophie und ich bereits von den Seminaren der „Jesuit Volunteers“ kannten. Samira nahm uns am nächsten Tag mit zu ihrer Einsatzstelle in Kuppayanallur, wo wir eine Woche verbrachten. Samira arbeitet in einem Hostel, dass ein Zuhause für ca. 40 Mädchen und fast dreimal so viele Jungs bietet. Ihre Aufgabe ist mehr oder weniger eine große Schwester für die Mädchen zu sein, mit ihnen zu spielen, zu reden und einfach zusammen zu leben. Da sie aber am besten über ihre Arbeit berichten kann lege ich euch wärmstens Samiras Blog ans Herz.  Die Zeit bei Samira haben wir genutzt, um uns über unsere bisherigen Erfahrungen auszutauschen, mit den Hostelmädchen zu spielen, Samiras Arbeit kennenzulernen, Unmengen von Obst in uns reinzustopfen und ein recht anderes Indien erleben zu können. Die Orte in Tamil Nadu, der Staat in dem Kuppayanallur liegt, waren sehr anders von dem was ich in Darjeeling gesehen habe. Beispielsweise ist der Anblick von Saris in Darjeeling eine echte Seltenheit, selbst Kurtas, traditionelle indische Alltagskleidung, habe ich im Winter in recht wenig gesehen. Die Jugend kleidet sich größtenteils so wie wir in Deutschland und das eine Frau eine Jeans trägt ist, entgegen meiner Erwartungen, absolute Normalität. Bei Samira war das anders, sie selbst, so sagte sie habe seit ihrer Ankunft keine „westliche“ Kleidung mehr getragen und die Lehrerinnen tragen Saris für den Unterricht und auch sonst trägt Frau einen Sari oder eine Kurta. Die Männer trugen zwar Jeans, aber während ich in Darjeeling noch keinen Mann in traditioneller Kleidung gesehen habe, habe ich in Tamil Nadu vereinzelt welche ausmachen können. Mir ist wieder einmal bewusst geworden, wie groß und vielseitig Indien ist und dass die Erfahrungen, die ich in meinem Freiwilligendienst mache und die Dinge über die ich berichte einzig und allein für den Ort Darjeeling und nicht für Indien an sich gelten und ich nur, weil ich dort ein Jahr verbracht habe nicht sagen kann, dass ich Indien kennen würde und sagen könnte „So ist Indien!“, ich glaube selbst nach Jahren in diesem Land, kann man das nicht behaupten.

Unseren Aufenthalt in Tamil Nadu beendeten Sophie und ich mit einem kurzen Besuch in Mahabalipuram, einem Badeort, der berühmt für seine sehr alten Hindu Tempel ist, wo wir Samira auf Wiedersehen sagten und einer weiteren Nacht in Chennai, bevor wir uns zu unserem nächsten Reiseziel, Goa, aufmachten. Da unsere Zugticket abermals nicht bestätigt wurden mussten Sophie und ich uns mit der Alternative des Reisebusses zufriedengeben. Was allerdings nicht weiter schlimm war, da wir diese Art des Reisens ja schon von Klassen- und Kursfahrten gewohnt waren, außerdem hatten uns die Jesuiten, bei denen wir in Chennai übernachten durften ein hervorragendes Abendessen eingepackt, dass ich zu einem meiner kulinarischen Highlights der Reise zähle, auch wenn die Hälfte meines Massallas auf Sophies Decke landete. Goa liegt an der West-, Tamil Nadu an der Ostküste, weswegen uns der Bus einmal quer durch das Land führte, von dem ich aber nicht viel gesehen habe, da ich das Schlafen oder das gelegentliche Zuschauen des Bollywoodfilms auf dem Bildschirm des Busses präferiert habe. Nach 19 Stunden Busfahrt erreichten Sophie und ich Palolem in Goa, welches ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus aller Welt, allen voran denen aus der Hippieszene, ist. Ich persönlich habe eine Weile gebraucht um mich wieder an den Anblick von so viel nackter Haut zu gewöhnen; in Darjeeling sehe ich wirklich selten nackte Waden, geschweige denn Oberschenkel oder Schultern. Vor meiner Reise sagte eine Freundin aus Darjeeling zu mir, dass das einzige, was sie über Goa wisse, die Tatsache sei, dass man dort einen Bikini tragen dürfe. Dies traf auch zu und während in Mahabalipuram die Frauen in Saris schwimmen gingen, trugen die ausländischen Touristen in Goa und wir auch die gewohnte Bademode, ohne dabei argwöhnische Blicke zu fürchten. In unserem Hostel in Palolem wurden wir wieder mit Paul und Hannah vereint und lernten außerdem noch drei andere deutsche Freiwillige kennen, die ihr FSJ in Bhopal machen. Über unseren Urlaub in Goa kann ich nicht allzu interessante Dinge berichten, da es sich um Strandurlaub handelte, allerdings hatten wir dort eine wunderschöne Woche. In Panjim, der Hauptstadt von Goa verabschiedeten Hannah, Sophie und ich uns von den anderen, die ich in der gemeinsamen Zeit sehr lieb gewonnen habe und machten uns auf den Rückweg nach Siliguri. Da es keine direkte Zugverbindung gab, hatten wir beschlossen einen eintägigen Zwischenstopp in Mumbai einzulegen. Aus Zeitknappheit besuchten wir nur „The Gateway of India“, ein Wahrzeichen Mumbais in der Hoffnung dort die indischen Touristen zu beobachten, wie es in Sophies Reiseführer empfohlen wurde. Aus diesem Vorhaben wurde allerdings nichts, da wir prompt zum interessantesten Fotoobjekt auf dem Platz erklärt wurden und eine Stunde damit verbrachten mit zahlreichen Menschen Selfies zu machen. Nach der ungeplanten Fotosession machten wir noch eine Fahrt auf der Fähre, bei der wir von zahlreichen Möwen begleitet wurden und ließen den Abend mit einem Spaziergang am Wasser mit Blick auf das Bankenzentrum Mumbais und dem Probieren vom Streetfood, welcher wieder Erwartungen keine unerfreulichen Nachwirkungen mit sich brachte, ausklingen. Außerdem hatten wir die Möglichkeit in einem bis zum Bersten gefülltem Kurzstreckenzug zu fahren. Wie auch zuvor in Chennai und Kalkutta fand ich es sehr schade nur so eine kurze Zeit in Mumbai zu haben, denn wie bei den anderen Städten auch wurde ich positiv überrascht. Über indische Großstädte hört man ja so einiges über den Smog, die Straßenhunde, Müllberge und den Verkehr, von der kulturellen und religiösen Vielfalt, der Herzlichkeit der Menschen oder dem guten Essen eher weniger. Ein Fazit meiner Reise ist auf jeden Fall, dass, sollte ich die Möglichkeit haben nochmal nach Indien zu kommen und dort mehr Zeit für Urlaub habe, ein längerer Besuch dieser Stadt auf jeden Fall auf meiner Liste steht.

Von Mumbai aus erwartete uns noch eine fast zweitägige Zugreise und eine Nacht in der Jesuitenresidenz in Siliguri, bis wir mit dem Bus wieder in die uns heiß geliebten Berge fuhren, die ich zugegebenen Maßen auch wirklich vermisst habe. Nach einer weiteren Woche in Kalimpong bin ich dann letzten Sonntag wieder alleine nach Darjeeling gefahren, bemerkte bei meiner Ankunft wie sehr dieser Ort schon ein zu Hause für mich geworden ist und habe endlich verstanden warum man sagt, dass beim Reisen das Heimkommen eigentlich am schönsten ist.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich froh bin, meine Ferien auf diese Weise verbracht zu haben. Reisen ermöglicht einem einen anderen Blick auf die eigene Situation und auf das Land in dem man lebt. Auch über die Tatsache, dass Sophie und ich diese Reise mit dem Zug zurückgelegt haben, zusammengerechnet waren es über 6.000 km, bin ich sehr froh. Bei Zugfahrten erhascht man immer wieder Einblicke auf das Leben einzelner Menschen an dessen Zuhause man vorbeifährt und ich habe davon einige gewinnen können. Manche, die mich jetzt immer noch beschäftigen, so beispielsweise das Bild von zwei Kleinkindern, die am Gleis in der Nähe von Kalkutta in einem Müllhaufen nach, ich vermute mal, Essbarem gesucht haben. Außerdem haben wir dadurch die bereits angepriesene Gastfreundschaft der Inder am eigenen Leib erfahren dürfen, sei das durch Sam, der uns in Siliguri am Bahnhof aus der Patsche geholfen hat und sich noch Tage danach erkundigt hat ob es uns gut geht und ob wir das Geld für die unbestätigten Zugtickets erstattet bekommen haben, haben wir übrigens, oder der Familie im Zug von Kalkutta nach Chennai, selbst im Kurzstreckenzug in Mumbai erkundigten sich die mitfahrenden Frauen allesamt zu welcher Station wir fahren würden und sorgen dafür, dass uns zum Aussteigen genug Platz gemacht wurde. Ich könnte noch von weiteren Erfahrungen oder Erlebnissen der Reise berichten, allerdings ist der Blogpost meines Erachtens schon lang genug. Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen und hoffe, dass ihr einen Einblick in unsere Reise gewinnen konntet. Danke Sophie an dieser Stelle für die zahlreichen schönen Bilder, mit dir würde ich auf jeden Fall nochmal reisen. Ganz liebe Grüße nach Deutschland oder wo auch immer ihr seid.

Eure Lydia

 

Advertisements

Lebenszeichen #2

Hallo ihr alle,

der Dezember ist beinahe rum und bevor es für mich auf große Reise geht möchte ich mich noch einmal bei euch melden und erzählen, wie ich den letzten Monat verbracht habe, wie mein Weihnachten so war und natürlich auch, wie es mir geht.

Mein Wusch hat sich auf jeden Fall erfüllt und ich habe den letzten Monat eigentlich  nur mit Arbeiten verbracht und es gab viel zu tun. Hier geht ein Schuljahr von Februar bis Dezember und am Anfang des Monats hatten wir alle Hände voll zu tun die Kinder des „Strive“, sowie die Schüler und Schülerinnen, der „Evening Studies“ auf die Examen vorzubereiten. Die der Kindergartenkinder bestanden allerdings nur aus dem Schreiben der Zahlen und Buchstaben und dem Beantworten erster Fragen auf Englisch; unter anderem mussten sie verschiedene Früchte und Gemüsesorten benennen und der Reim, der ihnen geholfen hat sich diese zu merken spukt mir immer noch im Kopf herum. In den „Evening Studies“ bin ich mit den Kindern ihre Heftaufzeichnungen durchgegangen. Im indischen Schulsystem läuft, soweit ich das bisher mitbekommen habe, viel über das Auswendendig lernen und das Ziel war, dass die Kinder vor dem Examen ihr komplettes Heft auswendig können. Da die „Evening Studies“ direkt nach der Schule stattfinden und die Kinder dort auch schon mindestens sechs Stunden verbracht haben, waren sie meist genauso oder noch müder als ich. Weshalb es oft auf beiden Seiten an Konzentration gemangelt hat. Die Abmachung „du lernst diese fünf Sätze jetzt noch auswendig und dann zeige ich dir eine neue Art einen Papierflieger zu falten“, hat aber ganz gut funktioniert und ich habe mein Bestes gegeben, den Kindern beim Lernen zu helfen und soweit ich das mitbekommen habe, ist auch keiner meiner Schützlinge durchgefallen. Nach den Examen sind einige nicht mehr zu den „Evening Studies“ erschienen und Reena, die ehrenamtliche Lehrerin und ich haben versucht die zwei Stunden schön zu gestalten und haben die Verbliebenen mit Daumenkämpfen, Montagsmaler oder Ausmalspielen bespaßt.

Im „Strive“ begannen nach den Examen die Weihnachtsvorbereitungen und ich wurde damit beauftragt, mich um die Weihnachtsdekoration zu kümmern. Ich habe deshalb die meiste Zeit auf der Arbeit mit dem Anfertigen von Schablonen, dem Ausschneiden von Weihnachtsbäumen und -Glocken, dem Füllen von Socken um daraus Scheemänner zu machen oder dem Malen von Augen auf Schneehasen und Weihnachtsmännern verbracht. Das hat aber dazu geführt, dass ich mich nicht gelangweilt habe und immer etwas zu tun hatte. Dabei habe ich fleißig die Namen der Kinder gelernt und nun kann ich fast alle mit ihrem Namen ansprechen, wenn ich sie davon abhalten will sich um das Spielzeug zu streiten, dazu bewegen will zum Mittagessen zu gehen oder auffordern will sich hinzusetzten und zu meiner Zufriedenheit stelle ich fest, dass meine Aufforderungen nun wesentlich mehr Gehör finden.

Mitte Dezember habe ich einige Tage auf der Arbeit verpasst, weil ich die Ausflüge der Kinder der „Evening Studies“ begleitet habe. An diesen Tagen musste ich eine Stunde früher bei der Arbeit sein und wir sind mit fünf Taxis, bis zum Rand gefüllt mit Kindern zum Tiger Hill gefahren, wo es eine große Fläche gibt, auf der sie sich austoben konnten. Der Ausflug ging insgesamt sechs Stunden lang und während dieser Zeit haben die Kinder Frühstück, Tee und Mittagessen erhalten. Gekocht wurde dabei über dem Feuer. Ich habe dabei beim Vorbereiten des Essens geholfen. Nach dem Essen, kam dann meist eine Gruppe von Kindern auf mich zu und forderten mich mit dem Worten „Playing, Miss?“ dazu auf, mir ein Spiel für sie auszudenken. Zum Glück habe ich genug Jugendfreizeiten besucht, um auf ein großes Repertoire von Gemeinschaftsspielen zurückgreifen zu können, obwohl ich leider feststellen musste, dass Räuber und Gendarm den Kindern nicht soviel Freude bereitet hat, wie mir damals. Trotzdem bin ich mir sicher, dass sie eine schöne Zeit auf dem Tiger Hill hatten, am Ende wollte nämlich keiner der Kinder nach Hause gehen. An einem Tag sind wir schon um sieben Uhr losgefahren, weil wir mit den Seniorklassen, das heißt den Klassen 10-12 einen Ausflug zum Teesta gemacht haben, dafür sind wir drei Stunden lang mit den Taxis die Berge runter in die Nähe von Siliguri gefahren. Ich habe die letzten zwei Monate die Berge nicht verlassen und total vergessen, wie hoch oben ich eigentlich lebe. Während der Fahrt wurde es, Gott sei Dank, nicht nur deutlich wärmer, sondern mit den sinkenden Höhenmetern veränderte sich auch die Landschaft; die Bambussträuche wurden dicker und höher, Palmen ersetzten die Eichenbäume und die Anzahl der verschiedenen Obstbäume wurde mehr. Außerdem stieg die Temperatur von zehn auf fünfundzwanzig Grad und ich habe erst dann wieder realisiert, wie südlich ich eigentlich lebe, im kalten Darjeeling vergisst man das ab und zu. Die Schüler und Schülerinnen hatten, anders als die Kinder auf den vorherigen Ausflügen, weniger Lust den Ausflug mit Gemeinschaftsspielen zu verbringen und wollten lieber im Fluss baden oder in der Sonne liegen, weshalb ich die Möglichkeit hatte, die Lehrerinnen des Hayden Halls besser kennenzulernen. Einige der ehrenamtlichen Lehrerinnen, sind so alt wie ich und besuchen das College oder, da College in vielen Fällen zu teuer ist, machen eine Ausbildung zur Lehrerin. Andere haben selber schon Kinder und sind private Tutorinnen, die von den reicheren Familien für das Unterrichten ihrer Kinder angestellt werden. Außerdem unterrichten Mona und Zangmu nach dem Kindergarten, genauso wie ich in den „Evening Studies“, weswegen ich auch die Möglichkeit hatte, mit den beiden noch mehr Zeit zu verbringen. Wir haben es den Kindern gleichgetan und uns ebenfalls im Fluss abgekühlt, in der Sonne rumgelegen oder einfach nur über dies und jenes gequatscht. Am Ende des Ausflugs hat einer der Taxifahrer die Musik aus seiner Anlage laut aufgedreht und die ganze Gruppe hat daraufhin ausgelassen zu Nepali Musik getanzt. Langsam gewöhne ich mich an die Musik und den Tanzstil und ich habe schon das ein oder andere Mal gehört, dass ich schon beinahe als Nepali-Mädchen durchgehen könnte. Einige der Lehrerinnen wollten auch unbedingt lernen, wie man in Deutschland so tanzt und allen die damit was anfangen können kann ich jetzt feierlich verkünden, dass ich dem Lehrerstab des Hayden Halls mit dem allseits beliebten „No-Bones“ oder auch bekannt als „Toten Fisch“ vertraut gemacht habe, der zwar zunächst skeptische Blicke hervorgerufen hat, dann allerdings mit Freude adaptiert wurde. Auf der Rückfahrt nach Darjeeling wurden wir nicht nur von einer atemberaubenden Aussicht auf die Teefelder, sondern auch von einem besonders schönen Sonnenuntergang begleitet und am Ende des Tages bin ich ich zwar sehr müde ins Bett gefallen, ich war aber auch sehr glücklich hier zu sein und diesen Tag so erlebt zu haben.

Das war allerdings nicht der letzte Ausflug, die Woche darauf ging es im Rahmen eines Betriebsausflugs an den Teesta, an eine Stelle, die ich noch nicht kannte. Dabei waren nicht nur die Mitarbeiter des Hayden Halls beteiligt, sondern auch die der Gandhi Ashram School, was für mich hieß, dass ich Terry, Hannah und Sophie wiedergesehen habe. Neben einer Messe unter der glühenden Sonne, bei der ich gedacht habe, dass doch wirklich gut ist, dass ich die Hitze Simbabwes nicht ertragen muss, der Verabschiedung eines Mitarbeiters des Hayden Halls und der ein oder anderen Essensunterbrechung wurde viel herumgealbert und natürlich auch getanzt.

Das Schuljahr der Kindergartenkinder wurde mit einer Abschlussfeier beendet, in der die Kinder ihre Zeugnisse, Graduationcaps und kleine Geschenke erhielten, zusätzlich wurden ein paar Reden gehalten, die ich leider nicht verstanden habe, da sie auf Nepali waren und die Mütter der Kinder haben sich in Form von zwei Tänzen und einem Lied bedankt. Anschließend gab es noch eine kleine Feier in den Räumlichkeiten des Kindergartens, wo bei Mona und Zangmu sowie auch bei den Müttern der Kinder einige Tränen geflossen sind. Nach dem Schuljahr werden ungefähr fünfzehn der Kinder aus dem „Strive“ nicht wiederkommen, da sie im Februar anfangen werden, die Schule zu besuchen. Mir ist es ebenfalls ein wenig schwergefallen, die Kinder zu verabschieden, in dem Wissen, dass ich einige nicht wiedersehen werde. Viele habe ich in den kurzen zwei Monaten richtig ins Herz schließen können und ich hoffe dass ich einige Gesichter zu den „Evening Studies“ wiedersehen werde. Nachdem der Kindergarten zugemacht hat, haben Mona, Zangmu und ich angefangen, die Räume des Kindergartens von dem Müll zu befreien, der sich im letzten Schuljahr angesammelt hat und außerdem die gespendeten Kleider nach Tragbarkeit und Größen zu sortieren. Der Ferienbeginn für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hayden Halls wurde im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier eingeläutet, auf der Weihnachtslieder gesungen, getanzt und außerdem noch gewichtelt wurde. Danach wurde es Zeit allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen und ich habe mich darüber gewundert, wie wenig Lust ich auf die Ferien hatte. Natürlich ist die Arbeit mit den Kindern anstrengend und über meine freien Sonntage bin ich auch immer sehr froh, allerdings genieße ich meine Zeit im Hayden Hall wirklich sehr. Meine Kollegen und Kolleginnen sind wirklich ein Segen, das habe ich vor allem am Anfang dieses Monats gemerkt, als ich mit Heimweh zu kämpfen hatte, sich aber sehr liebevoll und herzlich um mich gekümmert wurde. Ich bin nach jedem Arbeitstag froh ihn erlebt zu haben und auch wenn ich in diesem Jahr nicht die Welt verändere, habe ich das Gefühl, dass ich meine Zeit hier mit etwas Sinnvollem verbringe. Ich stehe, auch wenn es nach meinem Empfinden viel zu früh ist, jeden Tag gerne für die Arbeit auf und spätestens, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit mache und dabei am Panorama des Kachenjunga vorbeilaufe bin ich immer wieder unheimlich froh hier zu sein.

Die Weihnachtstage habe ich, auf Father Pauls Einladung hin in Kalimpong bei den anderen Freiwilligen verbracht. An Heilig Abend haben wir die Messe besucht, die ähnlich wie in Deutschland zwei Stunden gedauert hat. Anschließend gab es vor der Kirche noch ein kleines Feuerwerk, Tee und ganz viele Weihnachtswünsche und ich habe mich, trotz der milden Temperaturen und den Palmen, die den Garten der Kirche säumen doch sehr weihnachtlich gefühlt. Den Abend haben wir in einem gemütlichen Beisammensein in der Gandhi Ashram School ausklingen lassen, wo wir eine kleine Bescheidene Bescherung gemacht und Tongbabier aus Bambusbechern getrunken haben. Tongbabier wird aus der Milletpflanze gewonnen, dessen Samen gegoren werden und dann mit heißem Wasser übergossen werden. Anfangs war der Geschmack zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber ihr kennt mich ja, mit Bier kann ich mich immer anfreunden, egal um welche Art es sich handelt. An den restlichen Weihnachtsfeiertagen haben wir Leute besucht, Glühwein gekocht und viel zu viel gegessen, ganz wie Weihnachten in Deutschland eigentlich.

Den nächsten Monat geht es für mich, wie am Anfang des Beitrags schon angekündigt auf große Reise und ich werde mich an das Testen verschiedener indischer Züge wagen und mich außerdem von der Kälte erholen, die Darjeeling seit Dezember fest im Griff hat. Keine Angst im nächsten oder übernächsten Beitrag werde ich bestimmt ganz ausführlich über meinen Urlaub berichten. Ich hoffe der Blogpost war nicht allzu lang, falls ich mich in Zukunft kürzer halten soll, lasst es mich bitte wissen. Ich will mich noch für die lieben Weihnachtsnachrichten bedanken, auch wenn ich die Feiertage hier sehr genossen habe, war ich mit meinem Kopf häufiger in Deutschland und habe einige von euch sehr vermisst. Ich hoffe eure Feiertage waren so schön wie meine. Schlussendlich wünsche ich euch allen noch einen guten Rutsch heute Abend, passt auf eure Finger und eure Leber auf und fühlt euch gedrückt. Wir sehen uns im neuen Jahr,

Eure Lydia

Strive, Evening Studies und ein bisschen Créche

Hallöchen,

Nachdem ich der Aussage “Der Blogbeitrag kommt in den nächsten Tagen“ eine ganz neue Bedeutung gegeben habe, wird es langsam echt Zeit euch genaueres über meine Arbeit zu erzählen.

Das Hayden Hall ist in mehrere Departments unterteilt, so gibt es unter anderem das Health Department, das Income Generation Department, welches sich darum kümmert Frauen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, den Burns Club, der sich um mittellose, ältere Menschen kümmert, das Education Department, in dem ich für das kommende Jahr eingesetzt bin und noch einige mehr. Nach Absprache darf ich natürlich in andere Bereiche des Hayden Halls reinschnuppern, arbeiten tue ich aber nur im Education Department.

Das Education Department des Hayden Halls betreut Kinder und Jugendliche deren Eltern arbeitstätig sind. Die Mütter sind häufig alleinerziehend und aus gewaltsamen Ehen geflohen. Sie sind oft als Teepflückerinnen oder Trägerinnen tätig, werden schlecht bezahlt und arbeiten sieben Tage in der Woche. Oft gehören sie der untersten Kaste an oder sind kastenlose. Ab dem Alter von 9 Monaten haben sie die Möglichkeit ihre Kinder, sechs Tage die Woche, in die Kita des Hayden Halls zu geben, genannt „Créche“, wo sie betreut werden, mit ihnen gespielt wird und Raum zum „Kind sein“ geschaffen wird. Neben den zwei Teezeiten, die hier in Indien wie Frühstück und Abendessen dazugehören, erhalten sie mittags auch immer eine warme Mahlzeit, die meist aus Reis mit Dahl und Ei besteht und in der Küche des Hayden Halls zubereitet wird. Ab dem Alter von zweieinhalb Jahren müssen die Kinder „Créche“ zwar verlassen, sie haben aber die Möglichkeit den Kindergarten „Strive“ zu besuchen, der sich im gleichen Gebäude des Hayden Halls, ein Stockwerk über der „Créche“ befindet. Im „Strive“ erhalten die Kinder neben Tee und warmem Mittagessen erste Schulungen in Nepali und Englisch. Sie lernen dort das Schreiben des Nepali Alphabet, Devanagari, sowie des romanischen Alphabets und Grundkenntnisse der englischen Sprache, das heißt bis zwanzig zu zählen, sich vorzustellen, einfache Gespräche zu führen und Farben, Früchte oder Gemüse zu erkennen und zu benennen. Dabei wird sich an der Methode von Maria Montessori orientiert. Bis zum Alter von viereinhalb Jahren können die Kinder dort fünf Tage die Woche betreut werden, danach fangen die meisten an, die Grundschule zu besuchen.

In Indien wird es mehr und mehr zum Problem, dass das Erhalten einer angemessenen Schulbildung von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig ist. So ist es beispielsweise üblich seine Kinder in private Internate zu schicken oder Lehrer zu engagieren, die ihnen nachmittags bei den Hausaufgaben helfen und sie auf die Examen vorzubereiten. Kinder deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, solche Leistungen aufzubringen, werden häufig schulisch abgehängt und schaffen es nicht die Schule zu beenden. Hayden Hall möchte diesem Problem entgegenwirken und bietet deshalb sechs Tage die Woche sogenannte „Evening Studies“ an, in denen Kindern im Alter von 5 – 18 Jahren in kleinen Lerngruppen mit ihren Hausaufgaben geholfen und der Lernstoff für die Examen wiederholt wird. Die Lehrer sind teils Angestellte, die komplett ausgebildet sind oder ehrenamtliche Freiwillige. Während der „Evening Studies“ erhalten die Schüler und Schülerinnen ebenfalls Tee und eine warme Mahlzeit. Die meisten Kinder wurden ihr gesamtes Leben durch das Hayden Hall betreut und begleitet, weswegen die Einrichtung auch zu einem zweiten Zuhause geworden ist, deshalb kommen sie auch während ihrer Ferien zu den „Evening Studies“ wo dann mit ihnen Spiele gespielt werden und sich ihrer angenommen wird.

Das Hayden Hall bietet diese Angebote kostenlos an, wobei allerdings ein geringer Beitrag von den Eltern erwartet wird, welcher 150 Rupien pro Jahr beträgt, umgerechnet sind das etwas weniger als zwei Euro. Zu besonderen Anlässen oder zu Ferienbeginn unternehmen die Lehrer mit den Schülern und Schülerinnen Ausflüge zu Orten oder Sehenswürdigkeiten in Darjeeling oder der Umgebung.

Wie ich schon in meinem letzten Blogbeitrag berichtet habe, bin ich vor allem im Kindergarten des Hayden Halls tätig. Dieser hat tagsüber immer von 9 – 15:30 Uhr geöffnet und ich bin während der gesamten Zeit, abgesehen von einer Stunde Mittagspause, dort. Das „Strive“ betreut zur Zeit einundvierzig Kinder und Mona und Zangmu, meine beiden Arbeitskolleginnen sind um jede helfende Hand dankbar. Momentan habe die Funktion, die man am passendsten als „Mädchen für alles“ bezeichnen kann und ich erzähl euch einfach mal einen üblichen Arbeitstag um zu veranschaulichen, was ich damit meine. Von 9 – 10 Uhr trudeln, wie im deutschen Kindergarten auch, erstmal die Kinder ein und beschäftigen sich zunächst mit ihren Freunden oder Spielzeug, dass sie von zuhause mitgebracht haben. Einigen Kindern fällt der Abschied von den Eltern manchmal ein wenig schwer und ich nehme mich dann meistens ihrer an um eventuelle Tränen zu trocknen, was trotz der immer noch bestehenden Sprachbarriere recht gut funktioniert. Um zehn Uhr findet dann die „Morning Assembly“ statt, wo sich alle Kinder, Jungen und Mädchen getrennt in Reih und Glied aufstellen um die Lehrerinnen zu begrüßen und das Vater unser zu beten; das Hayden Hall ist eine christliche Einrichtung. Die meisten Kinder kommen aus hinduistischen Familien, was sie jedoch nicht davon abhält das Gebet so wie das darauffolgende Gloria inbrünstig und leidenschaftlich mitzusingen oder um, ehrlich zu sein, in den meisten Fällen mitzugrölen und ich muss sagen, dass dieser Anblick mir auch noch nach fast zwei Monaten, trotz meines darunter leidenden Trommelfells, jeden Morgen ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Danach singen wir mit den Kindern Lieder auf Englisch und Nepali, momentan versuche ich ihnen „Head an Shoulders, Knees and Toes“ beizubringen und es werden Englischkenntnisse wiederholt, so werden den Kindern Fragen wie „Where do you live?“, „How are you?“ oder „How old are you?“ gestellt, woraufhin sie im Chor antworten. Außerdem werden sie beispielsweise die Monate oder Wochentage abgefragt. Danach gibt es erstmal für alle Tee bevor es für die Kinder ans Spielen geht. Gespielt wird jeden Tag mit unterschiedlichen Dingen, von Bauklötzen über Duplo bis Kuscheltiere ist eigentlich alles dabei und die Kinder sind immer recht gut beschäftigt. Während der Spielzeit, findet gleichzeitig der Unterricht statt. Die Kinder werden einzeln aufgerufen und müssen das Alphabet oder die Zahlen von eins bis zehn aufschreiben. Mona, Zangmu und ich helfen dabei, meistens ist einer für ca. drei Kinder zuständig. Anfangs hatte ich riesige Probleme den Kindern zu verstehen zu geben, was sie tun sollen, aber mittlerweile habe ich mir ein paar Sätze auf Nepali angeeignet, um ihnen zu erklären, was ihre Aufgabe ist und wie sie diese am besten umsetzten. Um zwölf Uhr gibt es dann Mittagessen, wofür wir, nachdem alle Hände gewaschen haben, in die Räumlichkeiten von „Créche“ gehen, wo ich dann helfe das Essen zu verteilen und gelegentlich das ein oder andere Kind füttere. Danach ist für alle Kinder Zeit für den Mittagsschlaf und in dieser freien Stunde, gehe ich zum Mittagessen, dass ich mit meinen Arbeitskolleginnen, die in anderen Departments des Hayden Halls zuständig sind, zu mir nehme. Um 14 Uhr werden die Kinder geweckt und dürfen meistens spielen, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden. In der Zeit spiele ich entweder mit den Kindern, bereite Schablonen für zukünftige Bastelarbeiten vor, fege den Boden oder unterhalte mich mit Mona und Zangmu. Nach dem Kindergarten gehe ich zu den „Evening Studies“, wo ich mit zwei anderen Lehrerinnen einer Gruppe von etwas mehr als zwanzig Erstklässlern, aus unterschiedlichen Schulen bei den Hausaufgaben helfe. Die letzten Wochen wurden Examen geschrieben, weshalb ich sie über ihren Lernstoff in Fächern wie Englisch, Mathe Geographie, Moral Science oder Computer abgefragt habe. In „Créche“ habe ich ab und zu ausgeholfen, wenn der Kindergarten oder die „Evening Studies“ nicht stattgefunden haben. Dort habe ich dann viel mit den Kindern gespielt und gegebenenfalls die Windeln gewechselt.

Was ich auf der Arbeit Leiste ist natürlich nichts Weltbewegendes, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Mir macht die Arbeit mit den Kindern wirklich unglaublich viel Spaß. Mona und Zangmu haben mich als festen Teil des Kindergartens aufgenommen und überlassen mir auch schon die ein oder andere Aufgabe und sei das auch nur die Organisation des nächsten Bastelprojekts. Deshalb war ich in den letzten Wochen auch viel damit beschäftigt etliche Socken mit Reis zu füllen um daraus Schneemänner zu basteln oder Weihnachtssterne auszuschneiden. In meine Arbeit bei den „Evening Studies“ finde ich mich auch immer mehr ein und es besteht momentan auch der Plan, dass ich mit Beginn des nächsten Schuljahres ein Tanzprogramm anbiete. In wie fern sich das dann verwirklichen lässt werden wir dann sehen. Ich bin auf jeden Fall gut beschäftigt und vor allem glücklich mit der Arbeit, die ich hier mache. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Kinder auf diesem kleinen Stück ihres Lebensweges begleiten kann und für die paar Stunden eine Art Didi (große Schwester) sein kann, jedenfalls werde ich von ihnen so genannt. Auch mit meinen Arbeitskolleginnen verstehe ich mich immer besser und fühle mich im Hayden Hall auch durch und durch wohl.

Ich hoffe der Blogbeitrag ist nicht allzu lang geworden und natürlich wünsche ich mir, dass ich ihn auch spannend gestalten konnte. Zuletzt hätte ich noch eine kleine Bitte. Ihr habt jetzt hoffentlich einen kleinen Einblick gewinnen können, was das Hayden Hall Institut allein im Bereich der Bildung organisiert. Diese Angebote werden einzig und allein durch Spenden aufrechterhalten, da der Staat keinerlei Zuschüsse bereitstellt. Deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr in der Weihnachtszeit vielleicht an das Hayden Hall im weit entfernten Darjeeling denken könntet. Eine kleine Spende an dieses Konto, würde wirklich etwas ausmachen, alle Einnahmen werden am Ende meines Einsatzes dem Hayden Hall übergeben.

Empfänger: Jesuitenmission

IBAN DE61 7509 0300 0005 1155 82 (Liga Bank)

BIC GENO DEF1 M05

Verwendungszweck: X38279

Ich wünsche euch eine sehr schöne und gesegnete Weihnachtszeit. Ich hoffe euch geht es gut und ich freue mich von euch zu hören. Ganz liebe Grüße

Eure Lydia

Lebenszeichen #1

Hallo, ich bin’s wieder.

Der erste Monat in Indien ist rum und ich dachte mir es wäre mal wieder Zeit euch zu erzählen, was ich in den letzten Wochen so gemacht habe und wie es mir so geht.

Ich habe direkt an dem Tag nach meiner Ankunft angefangen im Hayden Hall zu arbeiten. Ich bin in dem Kindergarten „Strive“ eingesetzt der über vierzig Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren betreut. Außerdem gebe ich am Nachmittag noch Nachhilfe für Schüler und Schülerinnen der ersten Klasse; ein ausführlicher Blogpost über meine Arbeit kommt in den nächsten Tagen. Die ersten zwei Wochen, war ich eigentlich nur mit meiner Arbeit beschäftigt. Ich bin sechs Tage die Woche im Hayden Hall und habe sonntags frei. An meinem ersten freien Tag habe ich mich in Darjeeling umgeschaut um die Stadt, in der ich die nächsten Monate leben werde, besser kennenzulernen und habe dabei eine schöne Fußgängerzone, mit Aussichtspunkten auf die umliegenden Berge und einen hinduistischen Tempel gefunden. Darjeeling hat wirklich ein paar sehr schöne Ecken und ich habe mich schon ein kleines bisschen in die Stadt verliebt.

Am darauffolgenden Wochenende kamen die Freiwilligen aus Kalimpong zu Besuch, da sie, genau wie ich, an einem Chorworkshop des Darjeeling Goodwill Center teilgenommen haben.

Darjeeling Goodwill Centre is an NGO seeking to foster a spirit of goodwill and right relations between the different elements of the self (including the personality, soul and spirit), and amongst the people, cultures, animals and plants in the Darjeeling District. The Centre places special emphasis on the role of art, culture and spirituality in developing the energy of goodwill. A special focus is placed on the Banner of Peace developed by Nicholas Roerich, which depicts the meaning of art, science and spirituality for the maintenance of culture.

Auf dem Workshop habe ich die Möglichkeit gehabt einige Jugendliche und junge Erwachsene aus Darjeeling kennenzulernen und außerdem wurde natürlich ganz viel Musik gemacht. Der Workshop sollte dazu dienen Menschen aus Darjeeling und der Umgebung an die Chormusik heran zu führen; abgesehen von uns Freiwilligen hatte fast keiner der Teilnehmer Chorerfahrung. Wer mal hören will, was wir in den zwei Tagen auf die Beine gestellt haben kann mal hier klicken um eines der Stücke “Ramailo Nepali Tihar“ anzuhören. Dieses Medley besteht aus Liedern, die in nepalesischen Kulturkreisen anlässlich des Diwali Festes gesungen werden, welches die darauffolgende Woche stattfand.

Diwali (auch Divali) oder Dipavali (auch Deepavali), das Lichterfest, ist ein bedeutendes mehrtägiges hinduistisches Fest in Indien. Kernaussage des Festes ist der Sieg des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge, des Lichts über den Schatten und des Lebens über den Tod. Wesentliches Element von Diwali sind die Lichter. Waren es ursprünglich nur kleine Öl-Lampen – in Reihen an Fenster oder Eingänge gestellt –, sind es heute zunehmend elektrische Lichterketten, die Wohnhäuser, Geschäfte und Straßen im ganzen Land erleuchten. Manchmal hängt man Lampen in Bäume und platziert Kerzen auf den Dächern.

Der erste Tag  ist der Göttin Lakshmi geweiht und wird Lakshmi Puja genannt. Er gilt in Nordindien als wichtigster Tag der Festlichkeiten. Hier interpretiert man die Lichter als Begrüßung für sie. Es heißt, dass sie nicht in Wohnungen einkehre, vor denen keine Lichter stehen und die nicht aufgeräumt und gesäubert wurden. Man schmückt deshalb seine Häuser mit Lichtern und Blumen. Abends gehen die Frauen und Mädchen von Haus zu Haus, singen und erhalten als Belohnung Süßigkeiten und Geld. Das Singen wird als Segensgruß der Göttin Lakshimi angesehen, da sie durch die Frau verkörpert wird.

 Der zweite Tag heißt Govardhan Puja (auch Balipratipada, Padawa). An ihm werden Krishna und Vishnu verehrt, und er gilt als erster Tag des neuen Jahres. Ehefrauen schwenken ein Tablett mit Lichtern segnend um den Kopf ihrer Ehemänner herum und tupfen ihnen dann einen Segenspunkt, auf die Stirn. Außerdem gehen nun die Männer von Haus zu Haus und singen.

Der dritte und letzte Tag ist Bhau Beej (auch Bhaiduj, Bhayitika). An ihm segnen Schwestern ihre Brüder mit dem Licht. An diesem Bruder-Schwester-Tag versprechen beide, sich gegenseitig zu beschützen.

Aufgrund von Diwali hatte das Hayden Hall ab Mittwoch geschlossen und ich hatte den Rest der Woche frei. Am Dienstag haben wir noch ein kleines Fest anlässlich von Diwali gefeiert, zu dem mir meine Arbeitskolleginnen Mona und Zangmu einen sehr improvisierten Sari angezogen haben. Auf dem Fest wurden die traditionellen Lieder gesungen und es wurde viel getanzt.

Die darauffolgenden Tage habe ich mit Hannah, Sophie und Terry, den Freiwilligen aus Kalimpong, verbracht, die ihre Ferien in Darjeeling verbrachten. Da wir zu keiner traditionellen Feier eingeladen wurden haben wir Diwali nur durch das Anzünden der traditionellen Öllampen und dem Entzünden von Wunderkerzen zelebriert. Außerdem haben wir uns die Feuerwerke angeschaut, die uns die drei Tage über konstant begleitet haben. Unsere Vormittage haben wir mit dem Erkunden Darjeelings und seiner Umgebung verbracht. An einem Tag sind wir um 1 Uhr morgens aufgestanden um zum Tiger Hill zu laufen, einem bekannten Aussichtspunkt, der einen atemberaubenden Ausblick auf den Kachenjunga bietet. Dort haben wir den Sonnenaufgang angeschaut und sogar die Spitze des Mount Everest ausmachen können. Auf dem Rückweg haben wir an dem ein oder anderen buddhistischen Tempel Halt gemacht um uns die bunten Malereien im inneren der Tempel anzuschauen, ein bisschen Tee zu trinken oder das stille Örtchen zu benutzen. Ich habe die Tage mit den anderen Freiwilligen sehr genossen und mir viel es schon ein wenig schwer sie nach der gemeinsamen Woche wieder nach Kalimpong fahren zu sehen. Einfach, weil das Leben hier in Darjeeling, so schön es auch sein mag, momentan auch einsam sein kann. Ich mache mir deswegen allerdings nicht allzu große Sorgen und bin mir sicher, dass ich mit der Zeit ein paar nette Menschen finde, mit denen ich meine freie Zeit verbringen kann.

Die darauffolgende Woche stand gleich die nächste Feierlichkeit an: Children’s Day. Dieser war am 14. November. An diesem Tag haben die Kinder ihren Eltern und Lehrern Lieder auf Nepali und Englisch vorgesungen und daraufhin Geschenke und Süßigkeiten erhalten. Am nächsten Tag haben wir mit der Kindergartengruppe einen Ausflug zu der St. Pauls School, ein Jungs Internat, welches Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse betreut, gemacht. Die Kinder wurden dort von den Schülern der Abschlussklasse bespaßt. Dabei konnte das große Gelände der Schule richtig ausgenutzt werden, der Raum des Kindergartens ist leider recht klein und Fang- und Rennspiele sind nur begrenzt möglich. Die Kinder haben sich deshalb richtig ausgetobt und waren fix und alle, als wir wieder im Hayden Hall ankamen. Am Samstag, auch anlässlich des Children’s Day, haben die Lehrerinnen, mich eingeschlossen, im Rahmen einer kleinen Show in der Assembly Hall des Hayden Halls, für die Nachhilfeschüler ein paar nepalesische Tänze vorgeführt und außerdem wurden traditionelle Lieder gesungen. Anschließend wurden die besten Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge geehrt, die als Belohnung neue Arbeitsutensilien erhalten haben.

Um diesen Blogpost auf mal zu einem Ende zu bringen, die letzten Wochen waren sehr vollgepackt und ich bin jetzt vor allem froh, die nächsten Wochen ohne jegliche Feiertagsunterbrechungen arbeiten zu können. Insgesamt, habe ich von dem knappen Monat, den ich schon in Darjeeling bin erst 12 Tage im Kindergarten verbracht. Die verschiedenen Sightseeing-Touren haben natürlich Spaß gemacht und waren interessant, das Arbeiten kam aber nach meinem Geschmack zu kurz. Ich merke zwar, dass ich mich immer besser im Kindergarten zurechtfinde, allerdings kenne ich erst einen Bruchteil der Namen der Kinder und was ich zu meiner Schande gestehen muss, der anderen Mitarbeiter im Hayden Hall. Auch der Austausch fällt mir schwer, da hier eigentlich nur Nepali gesprochen wird und ich mich erst langsam in die Sprache einfinde. Ich merke allerdings, dass ich bereits viel mehr verstehe, als noch vor einigen Wochen und einzelne Sätze, die im Kindergarten häufig gebraucht werden („Setzt euch hin!“, „Steht auf!“, „Hör auf damit!“, „Spuck das aus!“) gehen mir schon von ganz alleine über die Lippen. Ich finde, meinen ersten Monat hier kann ich auf jeden Fall als Erfolg bezeichnen. Ich bin sehr freundlich im Team des Hayden Halls aufgenommen worden und vor allen mit Mona und Zangmu verstehe ich mich sehr gut. Die Arbeit bringt mir viel Spaß und Freude und die Kinder wachsen mir mit jedem Tag immer mehr ans Herz; von den meisten werde ich schon als Didi- große Schwester, angesprochen. Hier ist es zwar recht verbreitet, jeden als Bruder oder Schwester zu bezeichnen, den Taxifahrer nennt man beispielsweise auch Daju- großer Bruder. Allerdings gibt es mir das Gefühl, dazuzugehören und Teil der Menschen hier zu sein. Wenn ich einkaufen gehe begegne ich hin und wieder Leuten, die ich kenne, mit denen ich dann ein Pläuschen halte und ich finde mich mehr und mehr in Darjeeling zurecht, ohne mich zu verlaufen. Langsam komme ich hier richtig an und ich hatte auch letztens diesen „Es ist richtig gut, dass ich hier bin“ Moment. Wie man vielleicht merkt, mir geht es gut. Die ein oder andere Sache läuft zwar nicht glatt, aber ich habe vollstes Vertrauen, dass sich das mit der Zeit und der richtigen Dosis Eigeninitiative regeln wird.

Natürlich hoffe ich, dass es euch allen gut geht und ich freue mich auch immer von euch zu hören. Ganz liebe Grüße aus dem mittlerweile echt kalten Norden Indiens

Eure Lydia

Ankunft

Heute bin ich seit sechs Tagen in Indien und in dieser kurzen Zeit ist so einiges passiert.

Vor genau einer Woche habe ich mich in Frankfurt von meiner Familie verabschiedet, was mir wirklich nicht leichtgefallen ist und habe meine Reise nach Indien angetreten. Dort gelandet hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in New Delhi, den ich vor allem damit verbrachte, erfolglos WLAN zu suchen. Weiter ging es dann nach Bagdogra, einer Stadt in West-Bengalen, die circa 80km von Darjeeling entfernt ist. Den zweiten Flug habe ich eigentlich nur mit Schlafen und Essen, es gab Reis mit Dahl; ein Gericht, das mir während der ersten Woche hier und wahrscheinlich auch in der nächsten Zeit noch öfter begegnen wird, verbracht. In Bagdogra angekommen, wurde ich von Kumar, dem Fahrer vom Hayden Hall Institute, abgeholt. Die Autofahrt wäre eigentlich einen eigenen Blogpost wert gewesen, ich sträube mich allerdings, nur über Dinge zu schreiben, die bereits als Klischees über Indien in Deutschland bekannt sind. Lasst euch nur gesagt sein, dass einige Dinge, die man so hört stimmen, obwohl ich in meinem Fall bisher nur vom Norden, beziehungsweise von dem Distrikt Darjeeling sprechen kann – schließlich ist Indien riesig, da muss man mit Verallgemeinerung wirklich aufpassen.

Aber wir mussten beim Autofahren tatsächlich die ein oder andere Kuh umfahren und der Verkehr ist hier wirklich sehr chaotisch und laut. Trotzdem habe ich die Fahrt sehr genießen können, einfach, weil allein die Landschaft wirklich atemberaubend ist. Die Berge sind mit Reis- und Teefeldern bepflanzt und von Palmen, über Bananenbaum bis Eiche wächst hier fast alles. Instgesamt kann man die Gegend hier als „sehr grün“ bezeichnen.

Anders als ich gedacht habe, fuhren wir nicht nach Darjeeling, sondern in die etwa 50km entfernte Stadt Kalimpong. Dort befindet sich die Gandhi Ashram School, eine jesuitische Schule, deren Schwerpunkt vor allem in dem Bereich der musikalischen Erziehung der Kinder liegt. Daher hat jedes Kind dort die Möglichkeit, umsonst ein Musikinstrument zu erlernen, am meisten wird die Geige unterrichtet. An dieser Einsatzstelle sind drei Freiwillige eingesetzt, unter anderem Sophie, die ich schon von den Seminaren der „JesuitVolunteers“ kannte. Da die Kinder die gesamte letzte Woche in den Ferien waren, hatten die Freiwilligen und Father Paul, der Leiter der Gandhi Ashram School, sowie des Hayden Hall Instituts und mein Mentor, Zeit, mir Kalimpong und die Umgebung zu zeigen. Außerdem war noch ein deutscher Freiwilliger, Paul, aus einer Einsatzstelle in der Nähe von Kalkutta zu Besuch, weswegen wir trotz fehlender Kinder ein volles Haus hatten. Wir waren im Laufe der Woche am Teesta, der Fluss, welcher die Grenze zwischen West Bengal und Sikkim darstellt und haben eine kleine Wanderung zu einem buddhistischen Tempel gemacht, in dem man allerdings keine Fotos machen durfte. Ansonsten habe ich in den letzten Tagen ein paar Nepali-Grundlagen lernen, viele interessante Gespräche führen können und wurde mit dem zwar scharfen, aber wirklich leckerem nordindischen Essen bekannt gemacht.

Heute war der erste Schultag nach den Ferien und ich habe Hannah, die andere deutsche Freiwillige, ein wenig bei ihrem Schulalltag begleiten können. Da momentan die Musiklehrer für ein Violinexamen üben müssen, lief der Tag deutlich chaotischer ab als sonst, so wurde es mir auf jeden Fall versichert. Hannah hat ihren Nachmittag vor allem damit verbracht, eine Klasse mit ungefähr 50 Kindern ruhigzustellen, was mich wieder daran erinnert hat, dass Kinder nicht nur süß, sondern auch sehr anstrengend können. Schließlich haben wir fangen gespielt und einige Mädchen haben mir beigebracht auf Nepali zu zählen.

Wenn ihr mehr über die Arbeit an der Gandhi Ashram School erfahren wollt, kann ich euch Sophies Blog nur wärmstens empfehlen: Einfach hier klicken!

Morgen geht es für mich dann endlich nach Darjeeling. Ich bin sehr gespannt auf die Stadt und vor allem auf meine Einsatzstelle, auf die ich mich vor allem durch den heutigen Tag und die Zeit mit den Kindern noch mehr freue. Ich melde mich demnächst wieder und kann euch hoffentlich schon das ein oder andere über mein Projekt erzählen.

Bis dahin ganz liebe Grüße von mir.